Über vonRichthofen und Geocaching
Was sich hinter Geocaching verbirgt
Geocaching ist eine moderne Form der Schatzsuche bzw. Schnitzeljagd. Ausgestattet mit einem GPS-Empfänger und den Koordinaten eines “Schatzes”, kann man die Schätze finden, die jemand anderes an ungewöhnlichen, besonders schönen oder interessanten Plätzen versteckt hat. Die Koordinaten der Schätze, Caches genannt, werden auf diversen Webseiten (Geocaching.com, Opencaching.de, etc.) veröffentlicht. Jeder Finder kann sich vor Ort in ein Logbuch eintragen und später dann seinen Besuch auch auf der Webseite verkünden (loggen).
Weitere einführende Informationen gibt es bei Geocaching.de und bei Wikipedia.de.
Wie ich zum Geocaching gekommen bin
Ich betreibe Geocaching seit Mitte 2006, nachdem mir ein guter Freund seine Neuanschaffung gezeigt hatte. Es war ein orange leuchtender Explorist 100 dessen Funktionalität mich als Geograph und Technikfreund direkt fesselte. Wenig später hatte ich meinen ersten Cache gefunden – einen Kirchenmicro mitten in Münster (GCT9FD). Ich war infiziert.
Wenige Wochen später brachte mir der Mann von der Post trotz akutem Studenten-Geldmangel ebenfalls einen Explorist 100 und Geocaching wurde zur Leidenschaft. Mit wachsender Begeisterung und Professionalisierung des Hobbies wurde dann ein gebrauchter Explorist 210 angeschafft. Die Schnittstelle zum PC und die Möglichkeit Karten anzuzeigen stellten sich schnell als unentbehrlich heraus. Auch die ersten eigenen Caches wurden versteckt (GCYDPV,GC10KZ7,GC11PRV) und kamen bei den Findern sogar recht gut an.
Währenddessen neigte sich mein Geographie-Studium dem Ende zu und die Frage kam auf: Worüber die eigene Diplomarbeit schreiben? Nach kurzer Recherche war klar: Es hatte sich bisher niemand wissenschaftlich mit den Geocachern beschäftigt und ich war gewillt dies zu tun.
So begann ich im März 2007 mit den ersten Planungen für meine Diplomarbeit und führte im Mai/Juni 2007 eine breit angelegte Befragung unter der deutschsprachigen Geocaching-Community durch. Mit durchschlagendem Erfolg – ich hatte rund 2.000 vollständige Fragebögen erhalten. Während dieser Zeit beschäftigte ich mich zwar intensiv mit Geocaching, kam selbst aber viel zu selten selbst dazu. Das änderte sich dann mit Abgabe der Arbeit im Oktober, hatte ich doch bis zum März 2008 Zeit, bis ich endlich meine Note hatte. So konnte ich wenig später meine Arbeit mit dem Titel “Geocaching – Eine kontextuelle Untersuchung der deutschsprachingen Geocaching-Community” online zum Download anbieten und damit der Community für ihre große Unterstützung danken.
Inzwischen habe ich über 900 Caches gefunden, 14 eigene Caches versteckt und die eingesetzte Technik wurde mit einem Garmin GPSMap 60CSx nochmals deutlich verbessert.
Da ich über kein Auto verfüge, beschränken sich meine Ausflüge bis heute in der Regel auf Radtouren, Zugfahrten und ausgedehnte Wanderungen. Das schränkt räumlich zwar ein und so manches Cachehighlight scheint unerreichbar – dafür bleibt man aber umso fitter.
Was sich hinter meinem Nicknamen verbirgt
Oft wird davon ausgegangen, dass ich mich bei der Wahl meines Nicknamen am “roten Baron”, Manfred von Richthofen, orientiert habe. Er war einer der erfolgreichsten Jagdflieger des ersten Weltkrieges. An den hatte ich aber so gar nicht gedacht, als ich bei der Registrierung auf Geocaching.com einen Nutzernamen wählen sollte.
Für eine Diplomprüfung beschäftigte ich mich seinerzeit gerade intensiv mit Literatur über China, wobei ich in der Bibliothek auf eine Ausgabe von Ferdinand von Richthofens “China, Ergebnisse eigener Reisen” (1877-1912) stieß. Als einer der ersten westlichen Geographen hatte er das damalige Kaiserreich China bereist und seine Erlebnisse und Untersuchungen in eben diesem Buch niedergeschrieben. Das Stöbern in den Aufzeichnungen Richthofens erwies sich als äußerst interessant, bot es doch einen authentischen und zum Teil auch recht amüsanten Einblick in die Ansichten, Empfindungen und Entdeckungen eines Geographen, auf der Reise durch ein, für Europäer, bis dahin noch mehr als fremdes Land.
Ich selbst bin weder adelig noch jemals in China gewesen, hatte mich aber beim Finden meines ersten Caches wie ein kleiner Entdecker in einer völlig fremden Welt gefühlt. So wählte ich in Anlehnung an Ferdinand von Richthofen den Spitznamen “vonRichthofen“. Auch wenn die Suche nach Geocaches heute nicht mehr so aufregend ist wie beim allerersten Mal, so ist das Entdecken neuer Orte und Sehenswürdigkeiten noch immer fesselnd. Die oftmals zum Finden der Caches notwendige Befreiung von eingespielten Denkweisen und das Entdecken der Welt aus einem neuen Blickwinkel sind es, was mich an Geocaching bis heute fasziniert.
Weitere Informationen über Ferdinand von Richthofen und den Familienverband von Richthofen gibt es auf der Webseite richthofen.de.