RSS BeiträgeRSS KommentareTwitter

Städtereise Berlin

Mitte Juni feierten die vonRichthofens ihren ersten Hochzeitstag. Zu dessen Anlass gönnten wir uns über das verlängerte Fronleichnams-Wochenende eine viertägige Städtereise nach Berlin – zum Erstaunen vieler unser erster Besuch in Berlin überhaupt. Die Reiseführer hatten uns bereits vorgewarnt: In Berlin gibt es so viel zu sehen – in vier Tagen schafft man nur die wichtigsten Touri-Stationen. Und weil wir eben noch nie in Berlin waren, haben wir dann auch die Touri-Top-Ten abgeklappert.

Postkarten Berlin
Am Donnerstag und Freitag hatte sich das Wetter vorgenommen, uns den Urlaub mit Regen und stürmischem Wind zu vermiesen. Dank einem 10 Euro-Wegwerfschirm erwanderten wir uns am ersten Tag aber trotzdem die Siegessäule, Schloss Bellevue, das Haus der Kulturen der Welt und den neuen Hauptbahnhof. Danach entschieden wir uns spontan die Kapelle der Versöhnung mit der Mauer-Gedenkstätte anzusehen und von dort aus bis zum Checkpoint-Charly entlang des Berliner-Mauerwegs zu wandern. Das erwies sich als sehr schöne Variante verschiedene Stadteile und deren Eigenheiten kennenzulernen.
Am Ende hatten wir über 20 erwanderte Kilometer auf dem Tacho und bereits viele sehr sehenswerte Fleckchen entdeckt. Das Cachen stand die Tage über im Hintergrund, einen Großteil der Caches musste ich mir bei meiner Frau erkämpfen. Letztlich konnten wir am Donnerstag die zwei Tradis Schloss-Bellevue und Invalidenfriedhof sowie die zwei virtuellen Klassiker am Potsdamer Platz und am Checkpoint-Charly finden.

Kapelle der VersöhnungBerliner MauerwegRegierungsviertel

Am Freitag sind wir dann das erste Mal in die Tourifalle getappt. Ganze zweieinhalb Stunden haben wir an der Reichstagskuppel angestanden. Nur einmal habe ich mich für fünf Minuten aus der Schlange gelöst und den Minimulti am Brandenburger Tor geloggt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es zwar gut war, sich die Reichstagskuppel mal angesehen zu haben, aber mehr als eine Stunde anstehen lohnt sich dafür echt nicht. Was wir vorher nicht wussten: Der Einlass ist bis 22 Uhr und die Kuppel selbst bis 24 Uhr geöffnet. Ein Besuch zu später Stunde kann ich mir sehr gut vorstellen – vermutlich ist es am Abend auch deutlicher leerer als um zehn Uhr morgens.
Nachdem wir uns also einen halben Tag die Beine in den Bauch gestanden hatten, ging es weiter zum Holocaust Mahnmal. Das unterirdische Informationszentrum ist sehr sehenswert (Eintritt kostenlos) und regt zum Nachdenken an, während das eigentliche Mahnmal ein wenig zum Spielplatz verkommen ist. Dieser Wirkung kann man sich allerdings kaum entziehen. Während wir zuerst noch von den vielen umher huschenden, kichernden Menschen genervt waren, erwischten wir uns wenig später selbst dabei, wie wir grinsend spontan zwischen den Reihen hin und her wechselten.
Danach folgte ein erstes Cachehighlight: Die Lego-Giraffe am Sonycenter. Ein sehr witzig versteckter Nano, der uns viel Spaß gemacht hat. Das Sonycenter selbst hat mich nicht überzeugt.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann, ohne weitere Caches, “Unter den Linden” mit einem obligatorischen Besuch im Starbucks am Brandenburger Tor und einer Fotosession vor dem Dom. In der Dämmerung besuchten wir noch den Gendarmenmarkt, der uns als städtebauliches Ensemble besonders gut gefallen hat. Wäre es nicht so kühl und windig gewesen, hätten wir dort sehr gut in einer der Freiluft-Bars versacken können.

ReichstagskuppelLego Giraffe am SonyCenterBerliner Dom

Am Samstag besserte sich das Wetter deutlich, so dass wir bei strahlendem Sonnenschein entspannt über und um die Museumsinsel wandern konnten. Leider wiederholte sich hier das Bild, dass wir auch an den beiden Tagen zuvor gewonnen hatten: Berlin ist voller Baustellen und übersät mit tristen Brachflächen, die den ansonsten so positiven Eindruck immer wieder schmälerten.
Quasi im vorbeigehen lösten wir dann noch den Mystery A few steps to Pergamon. Zur Lösung des Caches benötigt man vor allem die Spoilerbilder. Und da ist mein iPhone doch deutlich an seine Grenzen gestoßen. Bei strahlendem Sonnenschein ließen sich die Fotos nahezu gar nicht erkennen. Erst kurz vor der Aufgabe und mit etwas Glück konnten wir die Dose dann doch noch finden und waren damit gleichzeitig auch auf eine sehr schöne Uferpromenade gelangt.
Auf dem Weg zum Alexanderplatz überquerten wir dann das Marx-Engels-Forum. Natürlich wollte ich es mir nicht nehmen lassen dort den Regular zu heben. Mitten auf einem gut einsehbaren Platz ist dort eine prächtige Box versteckt. Wie lange wir gebraucht haben, um die Dose nach dem Loggen wieder halbwegs unbemerkt zu verstecken, will ich mal nicht weiter ausführen. In jedem Fall ist der Cache aber ein must-have für jeden cachenden Berlin-Besucher.
Nachdem wir am Fernsehturm vorbeimarschiert sind und hier die Warteschlange links liegen gelassen haben, sind über den Alexanderplatz gelaufen und um die bekannte Weltzeituhr zu sehen. Irgendwie hatten wir uns den Platz spannender vorgestellt – auf uns wirkte er wie eine überfüllte Betonwüste.
Im Anschluss ging es in Richtung der Hackeschen Höfe. Auf dem Weg sammelten wir noch den Cache Rosenstraße ein. Ein unspektakuläres Filmdöschen an einem Denkmal. Am Hackeschen Markt sind wir dann das zweite Mal in die Tourifalle getappt (übrigens liegt da ein gleichnamiger Cache, den wir wegen der vielen Muggel nicht gesucht haben). Bei strahlendem Sonnenschein kam auf dem Markt mit den vielen Restaurants und Kneipen im Freien, den Straßenmusikern und den vielen Menschen südländisches Flair auf. Wir entschieden uns etwas zu essen und die Atmosphäre zu genießen. Ich weiß gar nicht mehr genau wie das Lokal hieß aber das Essen, die Bedienung und vor allem der Preis waren der totale Reinfall. Nach einer Besichtigung der Hackeschen Höfe spazierten wir noch über die Oranienburgerstraße, wo es in der Eismanufaktur grandios schmeckendes Eis zu kaufen gibt.

BodemuseumWeltzeituhrTacheles

Am Abreisetag entschieden wir uns für dafür, unsere Füße zu schonen und mit einer dreistündigen Bootstour über die Spree, die Eindrücke zu festigen und das schöne Wetter zu genießen. Leider war die Tour dann nicht so schön wie uns Bekannte es versprochen hatten. Die vom Band abgespielten Kommentare beschränkten sich in weiten Teilen auf “Bitte hinsetzen die Brücke ist so niedrig” und “Für den kleinen und großen Hunger bietet unsere Gastronomie ein breites Angebot an BlaBla”. Wichtiges Mitbringsel der Bootstour war dann vor allem eine völlig verbrannte Stirn, die an den folgenden Arbeitstagen noch viel Aufsehen erregt hat. Dank dem schönen Wetter und einem leckeren Mittagessen an der Spree war der Tag aber dann trotzdem sehr schön – und das ganz ohne Log.

Insgesamt hat uns Berlin sehr gut gefallen. Auch wenn wir bisher nur die wichtigsten “Attraktionen” abgeklappert haben, haben wir den Eindruck gewonnen, noch vieles mehr entdecken zu können. Auch menschlich wurde ich positiv überrascht. Selbst dort, wo man mir nichts verkaufen wollte, waren die Menschen sehr hilfsbereit, freundlich und offen. Die Reiseführer hatten uns vor der schnoddrigen Berliner Schnauze gewarnt aber allein die Busfahrer waren viel freundlicher als hier in Düsseldorf. Was die Caches angeht, so bin ich doch etwas verwundert wie wenige Tradis es in Berlin gibt. An etlichen schönen Plätzen habe ich mir die Frage gestellt warum ich da jetzt kein Döschen loggen kann. Nicht mal einen Kirchentradi habe ich entdeckt. Einerseits spricht das vielleicht für die Berliner Caches, andererseits hätte ich mir hier und da schon ein schnelles Döschen gewünscht. So oder so, wir kommen wieder!

Kommentare

  1. mic@ meint:

    Für Deinen nächsten Berlin-Besuch:
    http://www.geoclub.de/viewtopic.php?f=13&t=18734

    Und zum Thema “freie Locations”. Bist Du sicher,
    daß die frei waren? Oder hast Du bloß den Mystery nebenan
    nicht gesehen :-) Eigentlich ist Berlin nämlich dicht:
    http://www.geoclub.de/viewtopic.php?f=13&t=21686

    Happy caching, Mic@

    22. Juni 2009 (23:45)
  2. RadlerAndi meint:

    Na da habt ihr ja ganz schöne Wege zurückgelegt. Am besten kommt man mit den Fahrrad voran, da kann man dann noch mehr sehen.
    Die Mitte Berlins ist nicht grad von Tradis überhäuft, die liegen mehr drumherum. Dafür gibts dort einige Mysterys. Vermutlich trauen sich die Leute nicht, Tradi-Dosen zu legen. Mich reizt es ja auch nicht.
    Am Gendarmenmarkt ist aber kürzlich ein Regular-Tradi versteckt worden – da warte ich noch auf die nächste Spätschicht. :-)

    Gruß

    23. Juni 2009 (06:57)
  3. Und beim nächsten Besuch könnte ich dann noch einen Talk im Hauptstadtstudio anbieten…

    23. Juni 2009 (07:09)
  4. Zu Deiner Vermutung, abends würden weniger Besucher die Reichstagskuppel beischtigen wollen als morgens: Vergiss es, bisher war bei jedem meiner Berlin-Besuche und das waren jetzt schon 5 oder 6; abends die Schlange genauso lang wie mirgens oder mittags.
    Viele wollen nämlich das Lichtermeer und den Sonnenuntergang von der Kuppel geniessen.
    Einmal stand ich 2 1/2 Stunden im Sommer abends an und kurz vor mir wurde dann der Zugang geschlossen….
    Also verlass Dich da nicht drauf.

    Aber ansonsten ist Berlin einfach toll und jeden Besuch wert.

    Grüßle aus Heidelberg

    struwwelchen

    23. Juni 2009 (13:23)

Kommentieren

blogoscoop