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Der Weg ist das Ziel – Wandercaches rund um Düsseldorf

13. Oktober 2009 Geocaching Bookmark

Lange Zeit galt unter den meisten Geocachern der Leitspruch “Der Weg ist das Ziel”. Mit wachsender Bekanntheit des Hobbys und der zunehmenden Beliebtheit von Mitnahmetradis und Wikipediamysteries gerät dieser ursprüngliche Grundgedanke des Geocaching immer mehr in Vergessenheit. Eigentlich ist das eine Schande.

Ich hatte mir für die Zeit nach dem Fund meines tausendsten Cache vorgenommen, bei den nächsten fünfzig Caches keinen einzigen Tradi zu suchen. Das vor allem, weil ich von meinen Traditouren immer häufiger genervt nach Hause kam. Als wir dann im September zwei Wochen Urlaub hatten und das Wetter uns auch noch Non-Stop Sonne bescherte, haben wir uns einige längere Wandermultis (ab 8  Kilometer Länge) vorgenommen, bei denen eben nicht der Punkt für die Statistik im Vordergrund steht, sondern der Weg das eigentliche Ziel ist.

Da wir unseren Urlaub zu Hause in Düsseldorf verbracht haben und uns kein Auto zur Verfügung steht, mussten wir uns auf Caches beschränken, die wir mit Bus und Bahn erreichen konnten. Als besonders sehenswert stellte sich dabei die Bereiche östlich von Düsseldorf heraus. Die Landschaft rund um Erkrath, Haan und im Neandertal ist äußerst sehenswert und bietet mit den sanften Höhen und Tälern immer wieder schöne Ausblicke. Nicht verwunderlich, dass dort ein paar schöne Wandermultis liegen.

Bilderbuchweg Stindertal

Bilderbuchweg Stindertal 1Bilderbuchweg Stindertal 2Bilderbuchweg Stindertal 3
Unsere erste etwas längere Tour führte uns zum Cache Bilderbuchweg Stindertal. Der Startpunkt befindet sich am nördlichen Rand von Erkrath und kann von Düsseldorf aus bequem mit der S-Bahn (S28 und S8) erreicht werden. Idee des Caches ist es, die über Fotos beschriebenen Stationen zu finden und dort einfache Aufgaben zur Variablenermittlung zu lösen. Dabei sind alle Aufgaben leicht verständlich beschrieben und eindeutig zu lösen. Lediglich eine Station liegt offensichtlich auf Privatgelände. Da der Cache in seiner Form seit fünf Jahren funktioniert, ist das aber wohl kein Problem.
Um uns möglichen Ärger mit den Grundstücksbesitzern zu sparen, sind wir dann aber einen legalen Umweg gelaufen (einfach über die Topo-Karte zu finden), der die Tour um insgesamt zwei Kilometer verlängerte.
Der Weg verläuft sowohl über unbefestigte Reit- und Wanderwege als auch über einige Meter asphaltierte Straße, was uns aber zu keinem Zeitpunkt gestört hat. Auch gibt es eine Passage über einen Golfplatz, an der sich einige Vorfinder gestört haben. Warum hat uns nicht ganz erschlossen. Im Gegenteil, wir fanden das eigentlich ganz nett.
Insgesamt führt der Cache durch eine schöne Landschaft und bietet vielseitige Aus- und Einblicke. Einziger Minuspunkt ist der Autobahnlärm, der gerade im ersten Teil der Strecke häufiger Begleiter ist. Gleich um die Ecke gibt es zudem noch den 12 Kilometer langen Multi “Rund um Erkrath“, den wir bisher aber noch nicht gegangen sind.

Der Schatz von Gruiten

Der Schatz von Gruiten 1Der Schatz von Gruiten 2Der Schatz von Gruiten 3

Der zweite schöne Wandercache ist “Der Schatz von Gruiten“. Der rund 13 Kilometer lange Multicache beginnt unmittelbar am S-Bahnhof Haan-Gruiten und ist damit ebenfalls sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (S8). Auch bei diesem Cache sind die einzelnen Wegpunkte reine Ablesestationen, bei denen die nächsten Koordinaten nach Ermittlung einer Variable berechnet werden. Diese Formeln sind angenehm einfach gehalten, so dass unterwegs wenig Zeit für lästige Rechnerei drauf geht.
Die Runde verläuft zum größten Teil sowohl auf asphaltierten als auch befestigten Wanderwegen, so dass man sie theoretisch auch mit dem Rad absolvieren kann. Ich empfehle aber auf jeden Fall, den Cache zu Fuß anzugehen. Der Weg ist abwechslungsreich und stimmig angelegt. So wandert man ein Stück durch das Neandertal, den sehenswerten Dorfkern von Gruiten und vorbei am ehemaligen Steinbruch Grube 7. Je nachdem aus welcher Richtung man sich dem Final nähert, steigt die Terrainwertung am Ende dann nochmal deutlich an. Bei Feuchtigkeit kann die Kletterei am Cache nochmal gefährlich werden. Einerseits kann das natürlich für Frust sorgen, andererseits setzt das der Runde aber auch ein Krönchen auf.
Insgesamt hat uns der Schatz von Gruiten sehr gut gefallen. Die Wanderung ist sehr schön, die Stationen sind gut lösbar und die Finallocation ist ebenfalls sehenswert. Und endlich gibt es mal keinen Autobahnlärm.

Rund um Hilden

Nördlich von Hilden liegt der Startpunkt des Wandermultis “Rund um Hilden“. Die 25 Kilometer lange Tour verläuft entlang des gleichnamigen Wanderweges einmal um Hilden. Zum Startpunkt kommt man problemlos mit dem Bus.
Über sechs Aufgaben, die wie einzelne Caches aufgebaut sind, sammelt man die Informationen für den Final. Besonders angenehm: Über den Weg braucht man sich keine Gedanken machen, man folgt die ganze Zeit dem sehr gut ausgezeichneten Wanderweg. Da zwischen den Stationen meist 2,5 bis 3 Kilometer Wegstrecke liegen, kann man das GPS nach einer Station einfach mal in den Rucksack stecken und eine halbe Stunde entspannt wandern.
Landschaftlich ist die Runde eher durchschnittlich. Es gibt durchaus sehr schöne Passagen wie den Hildener Stadtwald und den Düsseldorfer Stadtwald. Leider gibt es aber auch einige längere Stücke, die durch Siedlungsbereiche führen oder an denen der Autobahnlärm relativ dominant ist (ist wohl ein grundsätzliches Problem im Raum Düsseldorf). Tja und der eigentliche Cache ist auch eher durchschnittlich schön versteckt.
Nichtsdestotrotz: Auch wenn der Wanderweg grundsätzlich ein paar Schwächen hat, ist dieser Cache allein auf Grund seiner Länge und der gelungenen Ausarbeitung ein besonderes Erlebnis.

Bookmarkliste für Wandercaches

Leider haben immer weniger Cacher Spaß an längeren Touren, weshalb die Zahl der Wandermultis nicht nur rund um Düsseldorf doch recht übersichtlich ist. Um diese Cacher leichter finden zu können, habe ich eine Bookmarkliste für Caches mit einer Länge ab 8 Kilometern angelegt, die bisher aber leider nur fünf Caches beinhaltet. Vielleicht habt ihr noch Vorschläge für etwas längere und landschaftlich attraktive Touren, die auch mit dem ÖPNV gut zu erreichen sind?

Kommentare

  1. Chris_rocks31 meint:

    Ein schöner Beitrag und eine gute Idee mit der Bookmarkliste. Ich werde die in Zukunft mal im Auge behalten. Für die kann ich auch noch GCV7RG empfehlen…auch wenn das Final 100m woanders liegen könnte.
    Direktanbindung ab Düsseldorf via S6…

    14. Oktober 2009 (08:50)
  2. 4hartmann meint:

    Na, wenn ihr unbedingt wandern wollt bei cachen…

    … dann den GC1BE8G unbedingt machen… kann aber mehrere Tage dann dauern.

    Gruß aus Wuppertal
    4hartmann

    14. Oktober 2009 (11:15)
  3. McLöt meint:

    Hallo von Richthofen.
    Ein sehr schöner und interessanter Artikel, den du da geschrieben hast.
    Aber den Cache GC1BE8G kann man ja nun wirklich nicht als Wandercache bezeichnen.
    Hier steht nicht das Wandern im Vordergrund, sondern das Telefonieren. Denn ohne Telefonjoker läuft da gar nix.
    Ich weiß zwar nicht, was du unter „etwas weiter gefassten Umkreis von Düsseldorf“ verstehst.
    Die komplette Rheinsteigserie, sind für mich die ultimativen Wandercaches.
    http://www.geocaching.com/bookmarks/view.aspx?guid=039eea51-9a40-410b-8761-db9dedc767b4
    Vom Düsseldorfer HBF ist jeder einzelne Abschnitt super mit dem Zug zu erreichen. Einmal Umsteigen in Köln und danach die Bahnfahrt am Rhein und die anschließende Wanderung genießen. Und hinterher kannst du bequem wieder vom nächsten Bahnhof zurück reisen. Gehört aber meines Erachtens nicht unbedingt in die Bookmarkliste für Düsseldorf.
    Denn die Serie fängt bei Bonn an und hört in Wiesbaden auf.

    31. Oktober 2009 (21:34)
  4. vonRichthofen meint:

    Danke für den Rheinsteig-Tipp. Klingt wirklich sehr interessant.

    11. November 2009 (10:16)

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