Wenn ein Coin auf Reisen geht

Das Phänomen Geocaching verbindet neugierige und entdeckungsfreudige Menschen auf der ganzen Welt. Logisch, denn jede Stadt, jeder Landkreis, jedes Land und jeder Kontinent haben Ihre schönen Ecken, in denen man große, kleine oder winzige Caches verstecken, bzw. finden kann. Auch das zum auffinden der Verstecke (meistens) notwendige GPS deckt mittlerweile so gut wie alle Landstriche ab. Somit steht Abenteuerlustigen in aller Welt selbige zum Verstecken ihrer wertvollen (oder einfach symbolischen) Kleinigkeiten offen.

Häufig findet man in den versteckten Caches auch noch einen so genannten Coin, der von einem Ort zum anderen transportiert werden sollen. Der Finder dieses Coins wird somit mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, seinen Fund dem Bestimmungsort ein Stückchen näher zu bringen, sofern er ihn nicht sogar den ganzen Weg persönlich dorthin tragen kann.

Auf diese Weise bauen Geocacher aus aller Welt miteinander ein Netzwerk auf, um einem Coin eine Reise zu ermöglichen, die ihn (den Coin und/oder auch den Finger) unter Umständen ans andere Ende der Welt bringen soll.

Wenn ein Coin auf Reisen geht

Von Kanada nach Südamerika

Möchte ein Owner seinen Coin zum Beispiel vom nördlichsten Punkt in Kanada bis ans südlichste Ende von Südamerika schicken, muss diese Aufgabenstellung im ursprünglichen Cache-Behälter deutlich angegeben sein und jeder, der den Coin eine Station weiter trägt und ihn in einem anderen Cache unterbringt, muss diese „Gebrauchsanweisung“ über den Bestimmungsort des Coins immer weiterleiten, damit zukünftige Finder wissen, worin ihre Aufgabe besteht. Den aktuellen Aufenthaltsort des Coins muss dann jeder Finder online vermerken, damit sowohl der Owner als auch andere Cacher wissen, wo sie den besagten Coin finden können, der einmal den amerikanischen Kontinent durchqueren soll.

Das gleiche Prinzip funktioniert auch, wenn ein Coin von Italien nach Australien wandern soll, oder von Japan nach Island. Wer mag und über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, kann einen Coin natürlich auch den ganzen Weg begleiten. Unter Umständen eine originelle Methode, sich für das nächste Urlaubsziel zu entscheiden.

Eine Reise von Norwegen in die Alpen

Für alle Schatzsucher und Fans von Detektivgeschichten stellt Geocaching in gewisser Weise einen wahr gewordenen Fall wie bei den „??? – Die frei Fragezeichen“ dar. Endlich mal selber auf die Suche gehen und den Hinweisen zum nächsten Schatz (= Cache) folgen und bei der Gelegenheit die Umgebung mit ganz anderen Augen wahrnehmen. Oftmals befinden sich in den versteckten Caches so genannte Coins, die von einem Ort zum anderen transportiert werden sollen. Die Finder eines solchen Coins haben somit die ehrenvolle Aufgabe, diesen Coin auf die Reise zu schicken, ganz gleich, wohin diese auf Wunsch des Owners gehen soll.

Der ursprüngliche Fundort des Coins kann zum Beispiel irgendwo auf dem Preikestolen in Norwegen liegen. Sein Zielort soll wiederum eine Berghütte am Fuße des Matterhorns in den Alpen sein. Warum auch immer der Owner seinen Coin einmal quer durch Skandinavien und Deutschland reisen lassen möchte, ist entweder sein Geheimnis, oder es gibt eine spezielle Geschichte zu diesem Coin, oder eine Verbindung zwischen diesen Orten. Vielleicht hat er die Liebe seines Lebens bei einem Wanderurlaub in Norwegen kennen gelernt und Ihr in der alpenländischen Berghütte den Heiratsantrag gemacht, wer weiß das schon.

Eine Reise von Norwegen in die Alpen

Fakt ist, der Coin soll von A nach B gebracht werden, und zwar persönlich. Nun gibt es da die Möglichkeit, selber eine Reise zu unternehmen, mit der Überbringung des Coins als Anlass. Oder der Finder des Coins in Norwegen kann ihn bis zu einem bestimmten Punkt auf der Strecke zum Matterhorn mitnehmen und dort in einem anderen (vorzugsweise einem größeren) Cache zwischenlagern. Online informiert er dann sowohl den Owner, als auch andere Cacher, wo sich der Coin nun befindet, damit ihn ein anderer ein Stück weiter in Richtung Matterhorn bringen kann.

So ein Coin kann auf seiner Reise also durch mehrere Hände gehen, und in manchen Reisegepäckstücken Unterschlupf finden, bis er nach unbestimmter Zeit endlich an seinem Bestimmungsort angelangt ist. Ja, so ein Geocaching Coin muss schon ein verdammt spannendes Leben haben, je nachdem, wie weit seine Reise ist.